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Halo - Eine Hass-Liebe - Fluch des Erfolges

Es ist aber nicht nur die Hardware-Situation die Halo zu schaffen macht, sondern auch der generelle Bekanntheitsgrad der Marke. Halo polarisiert wie kein anderes Spiel – jeder scheint eine Meinung zu haben und kaum jemand kümmert sich darum, diese auch zurückzuhalten.
Das größte Problem der Serie ist aber ihr kommerzieller Erfolg: Von Marketing-Kampagnen angepeitscht, mit bahnbrechenden Verkaufsrekorden schon in den ersten Tagen, sowie auf einer Plattform, der das Microsoft-Logo anhaftet, entsteht nur allzu schnell das etwas schiefe Bild, die Marke Halo sei nur eine einzige Gelddruck-Maschine.

Dass es mittlerweile einiges an Halo-Merchandise gibt, kann dahingehend auch nicht wirklich helfen – auch wenn Bungie noch so oft betonen mag, dass sie mit der Auswahl der Produkte äußerst sorgsam umgehen um einerseits eine Gewisse Qualität zu gewährleisten und andererseits die Marke nicht zu überstrapazieren - in den Augen vieler Spieler ist das einerlei.

Klar, dass wo Dollar klingeln und Erfolg sich wie ein Lauffeuer ausbreitet, auch die Medien nicht allzu weit entfernt sind: Die Berichterstattung zu Halo 3 nahm selbst für Fans der Serie nun einen erschreckenden Höhepunkt an. Halo gerade im WWW Halo zu entfliehen war und ist geradezu eine Sache der Unmöglichkeit.

Dies wiederum liefert den idealen Nährboden um Halo als schlichtes Hype-Produkt anzufeinden.
Da das eigentliche Produkt trotz hoher Qualität an der hohen Erwartungshaltung schließlich nur zerschellen konnte, verschärfte sich dieser Eindruck sicherlich auch bei vielen Spielern, die dem Game bislang gegenüber eher neutral eingestellt waren.

Rückblickend kann man auf Grund der Bedeutung der Halo-Spiele aber durchaus sagen, dass die schlussendlichen Bewertungen der Presse der Qualität der Produkte sehr wohl entsprachen, wenn sie nicht sogar – wenn man sich etwa die Online-Entwicklung Halo 2s ansieht – für die damalige Zeit untertrieben waren.
Dennoch haftet der Halo-Marke auf Grund der oben genannten Gründe wohl noch immer etwas der Verdacht an, dass auch die Beurteilung der Presse vorwiegend auf purem Hype und weniger auf der tatsächlichen Qualität des Spiels aufbaute.

Einmal von diesen vielfältigen Ursachen und Wirkungen abgesehen, scheint es aber auch aus den Reihen der Spieler viele harte Worte für Halo zu geben.
Dahingehend muss man sich aber erst einmal folgendes vor Augen halten: Was man in den Spieleforen meist zu lesen bekommt, ist sicherlich nicht die positive Seite der Münze sondern vielmehr Enttäuschung und Kritik, warum es schnell zu dem fälschlichen Eindruck kommen kann, das Echo der Spieler sei zum größten Teil ebenso negativ.

Dies ist wohl ein weit verbreiteter Effekt, der darauf basiert, dass wir uns nur allzu gerne mit Dingen beschäftigen, die uns missfallen anstatt das zu erwähnen, was uns zusagt. Interessanterweise scheint es auch eine ähnliche Tendenz zu geben bevorzugt etwas anzugreifen anstatt etwas zu verteidigen.
Dennoch soll hier an dieser Stelle nicht jegliche Kritik Halo gegenüber klein geredet werden, Faktum ist aber auch, dass ein Großteil der Kritik auf Grund einer abstrusen Erwartungshaltung der Spieler zustande kommt.

Hier nimmt der Medienwahnsinn rund um Halo seine unangenehmsten Formen an: Selbst im besten Bemühen mit den eigenen Erwartungen am Boden zu bleiben, können wir diesem Einfluss nur sehr schwer entrinnen. Gerade viele Xbox-Fans, die sich mit der Marke Halo noch nicht näher auseinandergesetzt haben, also noch nicht über so etwas wie eine ‚realistische Vorstellung’ verfügen, wollen (!) ja schließlich glauben – dass Werbung und die eigene Vorstellungskraft aber nicht unbedingt Basis für eine gesunde Erwartungshaltung sein können, sollte uns allen bewusst werden.

So sind letztendlich viele Kritiker letzten Endes nur enttäuschte Fans, betroffen sind vor allem jene, die nur den Jubel hören und sich von ihm verleiten lassen, aber nicht mehr selbstständig weiterdenken.

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