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Halo 3 Multiplayer Check - Resümee

Um mit diesem Artikel nicht noch stärker den Rahmen zu sprengen will ich nur noch auf einen Punkt näher eingehen, da mir alle anderen Krtikpunkte in Bezug auf den Halo 3 Multiplayermodus als weniger bedeutend erscheinen: Für Halo-Kenner weniger interessant, für den Langzeiterfolg des Titels aber sicherlich von großer Bedeutung – Bungie hat es abermals nicht (!) geschafft, das Spiel in Sachen Multiplayer einsteigerfreundlich zu machen. Die Trainingsphase zu Beginn des Matchmakings stellt im Wesentlichen nur eine Pseudo-Maßnahme dar – wer diesen Schritt einmal überwunden hat (vielleicht allein durch Freunde bei Team-Spielen), sieht sich einer irren Anzahl überlegener Spieler gegenüber.

Halo ist und bleibt so ein Spiel, das Anfänger unbarmherzig auf ihre Plätze verweist und so eine neue „Generation“ an Halo-Spielern erst gar nicht aufkommen lässt.

Was wäre das Problem an einer eigenen Spielliste für Einsteiger gewesen, auf die nur Spieler mit niedrigem Rang zugreifen können? Welche Schwierigkeit wäre es gewesen, mittels Forge bzw. einfachen Voreinstellungen die darin enthaltenen Matches so zu gestalten, dass die Spieler sich langsam an das System herantasten können? (etwa nur ARs zu Beginn, mit aufsteigendem Sonderrang dann immer mehr Waffen/Modi einbauen.)

Klar, wer wirklich die Motivation hat, Halo spielen zu lernen, wird dies auch mit dem bisherigen System schaffen – doch wie viele Spieler gibt es, die ob des hohen Niveaus völlig abgeschreckt niemals auf den „Geschmack“ kommen werden?

Oder wie wäre es mit Videos für Einsteiger auf Bungie.net, dem Marktplatz oder direkt auf der DVD, die mittels leicht verständlichen Kommentaren einen Einblick in das Spiel gewähren bzw. ein erstes Verständnis etwas komplexerer Themen erlauben? Wer Millionen Dollar mit einem Spiel einnimmt, der darf sich auch für derartigen Spezial-Service nicht zu schade sein, gerade wenn es im eigenen Interesse liegt (Microsoft, wie sieht es mit Gelegenheitsspielern aus?).

Mit diesen Worten will ich jetzt aber auch zu einem Resümee kommen: Halo 3 wird die selben Schwierigkeiten erfahren wie Halo 2 ano dazumal. Fehlt die Halo Pistole, ist man entsetzt, kann man die BR nicht mehr so wie früher nutzen, sieht es nicht anders aus. Abgesehen vom ständigen Lamentieren wird aber auch Halo 3 einen festen Fankern finden, der sich mit Bestimmtheit auch wieder über Halo 4 (sofern es denn eines gibt) die Zunge zerreißen wird. Einige Spieler werden aber auch abspringen und back to the roots gehen, viele Profispieler werden sich auch in Halo 3 behaupten, es wird aber auch sicherlich wieder frischen Wind an der Spitze geben.

Meiner Meinung nach ist Halo 3 dabei trotz all seiner nicht übersehbaren Fehler eine klare Weiterentwicklung in Bezug auf Halo 2 (übrigens wie dieses ebenfalls zu Halo war), das mit einem sehr durchdachten und gut balancierten Waffensortiment und dem Ausmerzen vieler Halo-Kinderkrankheiten punkten kann.

Halo 3 hat aber auch einen schwachen Punkt: Die Konkurrenz. Denn Schwächen hatten die Vorgänger ebenfalls – allein konnte Halo kein anderer Titel das Wasser reichen. Der Langzeiterfolg eines Spieles hängt eben auch vom Investement des Entwicklers und dessen Bemühen ab das Gebotene nach und nach noch zu verbessern – Bungie konnte sich die dürftige Politik in Sachen Patches dahingehend gerade einmal erlauben, weil kein anderes Konkurrenzprodukt wirklich für Druck sorgen konnte.

Ob und inwiefern die Marke Halo ihre Vorrangstellung in der Online-Welt behaupten kann, wird meiner Meinung nach also weniger davon abhängen wie gut ein Call of Duty 4 oder ein Unreal Tournament III nun wirklich werden, sondern viel mehr ob Bungie bereit ist, das eigene Produkt nachhaltig zu supporten. Ein derart sorgloses Verhalten wie in der Vergangenheit wird man sich bei der aufkommenden Konkurrenz auf jeden Fall nicht mehr leisten können, denn auch Halo-Fans sind Spieler, Spieler, die auf das Nicht-Bemühen eines Herstellers schneller reagieren können als Bungie lieb sein kann.

Hier liegt es auch einmal an Microsoft, Halo nicht nur als Melkkuh anzusehen, sondern den treuen Spielern mittels kostenlosem Support Respekt zu zollen. Was die nunmehrige Selbstständigkeit Bungies dahingehend bewirken wird, bleibt natürlich auch noch eine interessante Unbekannte.

Will Bungie mit Halo 3 ähnliche Erfolge wie mit Halo 2 einfahren, muss man sich gewissen Problemen intensiv annehmen: das Respawn-System muss einem intensiven Check unterzogen werden, eine Lösung für die nicht zufriedenstellende Nahkampfattacke gefunden werden sowie das Spiel möglichst rasch mit neuen hochwertigen Karten aufgewertet werden. Darüber hinaus würde es Bungie auch auszeichnen, auch weniger dringliche Dinge in Angriff zu nehmen: Etwa Funktionsmängel in Sachen Forge („alles löschen“) oder Saved Films (Vorspulen ohne Taste gedrückt zu halten).

Unterlässt man dies, wäre dies höchst bedauerlich: Denn meiner Meinung nach bleibt Halo der (Konsolen-)Shooter mit dem genialsten Grundkonzept – laufen einmal die goldenen Drei, kann auch ein Call of Duty 4 langfristig gesehen nur hinten anstehen.


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