

Die große Halo 3 Grafik-Diskussion - Kein Gears of War
Auch wenn sich Videospieler dieser Illusion nicht ganz entziehen können, zählt in der Industrie zur Ermittelung der grafischen Qualität aber spätestens mit dem Release des Titels nicht nur die Frage, ob ein Bild optisch schmeichelt sondern auch – und das ist das Entscheidende – welchen Nutzen das technische Gerüst schlussendlich hat.
Zusammenfassend kann man also sagen: Grafische Finesse besteht aus zwei Komponenten – der „Schönheit“ der Optik, sowie dem „Nutzen“ der Optik.
Kurzum: Wenn die brillante Optik beginnt, ein Spiel gameplaytechnisch einzuschneiden und zum Selbstzweck wird (wie es bereits in vielen Spielen der Fall war), dann nützt auch das schönste Bild nichts mehr.
In diesem Graubereich finden auch die Diskussionen statt, die sich rund um die unterschiedlichen Szenarien verschiedener Spiele drehen.
Ist ein Spiel, das weitflächige Kampfschauplätze und eine große Anzahl an Spielfiguren bietet einem anderen Titel gleichwertig, unter- oder überlegen, der zwar beeindruckendere Bilder erschafft aber in seinen enger bemessenen Ausmaßen schlussendlich beschränkt bleibt?
Hier treffen Funktionalität und Schönheit aufeinander. Mit den derzeitigen technischen Möglichkeiten ist es schlicht unmöglich, beide Komponenten stets auf gleichem Niveau zu halten - je höher man den Grad des einen Aspektes hinaufschraubt, desto geringer wird der andere.
Plötzlich nähern wir uns einem Punkt, der mit bloßen Meinungen nicht mehr zu lösen ist.
Es stellt sich die Frage: Ist es überhaupt zulässig, Vergleiche zwischen derart unterschiedlichen Spielen – in unserem konkreten Fall Halo 3 und Gears of War – anzustellen?
Auch zu diesem Thema gibt es kontroverse Diskussionen: Die eine Seite behauptet, man kann jedes Spiel grafisch vergleichen – die anderen sagen, dass das nur bei sehr gleichartigen Titeln wirklich Sinn macht.
Die wohl etwas ernüchternde Antwort ist: Keine von beiden Seiten hat wirklich recht.
Optische „Schönheit“ kann unabhängig vom Spiel verglichen werden – sobald man sich aber auch nur etwas tiefer in die Materie begibt, man anfängt Grafik auch als Mittel zum Zweck zu sehen, befindet man sich aber auch schon in einem Dilemma.
Grafik wird immer mit Funktionalität verbunden sein. Auch nur mit dem geringsten Anspruch auf Objektivität und Sinnhaftigkeit über gameplaytechnisch unterschiedliche Titel diskutieren zu wollen, kann schließlich nur im Sand verlaufen.
Hier ist es tatsächlich ratsamer inhaltlich sehr ähnliche Titel miteinander zu vergleichen: Etwas das mit Gears of War und Halo 3 einfach nicht gelingen wird.
Wenn man derartige Titel wirklich vergleichen will, dann sollte man die Spiele aus einer anderen Perspektive betrachten. Die alles entscheidende Frage lautet nämlich: Wie gut unterstützt die grafische Präsentation das Konzept des Entwicklers?
In anderen Worten: Gears of War ist deshalb kein grafisch schlechterer Titel, weil der Titel keine weitläufigen Schlachtfelder und Fahrzeugeinsatz bietet. Umgekehrt ist Halo 3 aber auch kein grafisch schlechteres Spiel, weil man auch auf Grund der Szenarien und der hohen Anzahl an Spielfiguren auf einen gewissen Detailgrad und Effektreichtum verzichten musste.
Dennoch ist es den Entwicklern beider Titel durch den Einsatz von Technik hervorragend gelungen ihren unterschiedlichen Spielewelten ein schönes Gesicht zu geben.
Einmal von grafischen Kapazitäten abgesehen ist es dahingehend aber auch entscheidend, welchen individuellen Look die Entwicklern ihren Titeln angedeihen lassen wollten.
Kapitelübersicht
Datum: 03.09.2007 :: 00:00













