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Die große Halo 3 Grafik-Diskussion - Der Halo-Look

Gerade in der von Shootern und Action-Games dominierten Next-Gen zeichnet sich ein Trend ganz klar ab: Die Spiele werden passend zu den Thematiken schmutziger und dunkler.
Gears of War hat diesen Look vorerst mit der „Destroyed Beauty“-Stilrichtung perfektioniert. Düstere Szenarien, die Wege sind von Schutt übersäht, Hintergründe sind zerstörte Bauten, die Helden muskelbepackte Raubeine, die schon eher in die Kategorie der Anti-Helden fallen – und denen man so wahrscheinlich auf der Straße nicht unbedingt begegnen will.

Was man Gears of War oft ungerechtfertigterweise zur Last legt, ist die durch das Design entstehende wenig farbenfrohe Palette. Der Titel wird oft als einziges „Grau“ beschrieben, was zwar in einer abgeschwächten Form durchaus zutreffen mag, aber kaum als Nachteil ausgelegt werden kann, weil es das düstere Kriegsszenario perfekt einfängt.

Was allerdings auch nicht vergessen werden darf ist: Düstere Spiele mit „Grauschleier“ wirken oft allein durch die beschränkte Farbwahl realistischer als sie eigentlich sind. Obwohl die uns umgebende Welt keineswegs farblos ist (ganz im Gegenteil!), spielt die Farbwahl den Titeln dahingehend zu, dass sie weniger als Videospiele herausstechen.

Entscheidet sich ein Entwickler nämlich dazu tief in den Farbtopf zu greifen, wird er nämlich gleich mit unzähligen Problemen überhäuft: Die Realität kennt derlei viele Abstufungen jedes einzelnen Farbtons, dass es schier unmöglich ist, dieses Bild in einem Videospiel einzufangen.
Versucht man es trotzdem, wirkt ein Spiel schnell „knallig“ und kommt eher einem Comic als der Realität nahe. Beschränkt man sich dahingehend auf eine limitierte Farbpalette, die man im Ausgleich dafür mit zahlreichen Abstufungen ausstopft, fällt dieser negative Effekt natürlich weniger ins Gewicht. Hier ist die Technik einfach noch nicht so weit, die Realität einzufangen, während so manche Charaktermodelle ihr schon relativ nahe kommen.

Wie stark die Farbwahl uns tatsächlich in unserer Illusion eines grafisch guten Titels täuscht, kann man einfach anhand eines kleinen Experiments nachweisen: Spiele, denen man unterschiedliche grafische Qualität zusprechen würde, nähern sich beim Umfärben auf Graustufen plötzlich magisch an.

Das relativ farbenfrohe Halo zum Beispiel verliert seinen typischen Videospiele-Look und steht jetzt – da man plötzlich nur noch das rohe technische Gerüst sieht - plötzlich auf einer Stufe mit Gears of War.
Diesem Effekt alles zuzusprechen wäre töricht, dennoch beherrscht er in einem nicht zu unterschätzenden Ausmaß unsere Wahrnehmung.

Man möchte fragen: Wenn es so einfach ist, warum wählt Bungie dann nicht diesen Weg?
Kurz: Weil Halo Halo ist – und eben nicht Gears of War.
Obwohl auch Halo vom Krieg handelt, liegt der Schwerpunkt sicherlich nicht darauf, ein düsteres Endzeit-Szenario der Zerstörung zu erschaffen. Halo ist viel mehr utopische Science-Fiction als brutales Schlachthaus.

In anderen Worten, Halo könnte man eher mit der Star Wars Sage (futuristisch, klare Formen, glatt) vergleichen – Gears of War als eine Mischung aus Soldat James Ryan und einem Horror-Film.

Jedes Spiel ist dahingehend in seiner eigenen Disziplin hervorragend.

In Bezug auf Halo zeigte sich eine interessante Entwicklung: Der eher klare Stil des Spiels erhielt zu Xbox-Zeiten die größte Bewunderung. Halo 2, insbesonders aber der Vorgänger Halo setzen gerade in der Konsolenwelt grafische Maßstäbe. Nicht verwunderlich denn: Rein technisch war es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich möglich, Zerstörung in all ihren schmutzigen Details zu zeigen, wie man es etwa nun in der Next-Gen mit Gears of War vorzeigte.

Dass Epics Titel sowie die technischen Möglichkeiten eine Welle der Stiländerung einläutete, täuscht aber über den Umstand hinweg, dass Halo 3 allein für die Halo-Saga betrachtet einen keinesfalls geringeren Grafiksprung machen wird, als Halo 2 im Vergleich zu Halo.
Weitläufige Außenareale, hohes Gegneraufkommen, dynamic Lightning (global illuminatoin + hdr) sowie ein ausgefeiltes Partikel-System sind da nur einige der neuen grafischen Features.
Die Power der Xbox360 sollte auch Schluss machen mit plötzlich aufpoppenden Objekten oder Texturen – sowie mit Objekten mit sechs unterschiedlichen Detailgraden je nach Entfernung, so wie wir es aus Halo 2 kennen.

Halo 3 wird so massive Schlachten im offenen Gelände bieten, in denen sich nicht nur mehrere Fahrzeuge gleichzeitig begegnen, sondern sich auch mehrere Dutzend Figuren gleichzeitig in einem Areal befinden und aktiv in das Geschehen eingreifen, was zumindest für einen Shooter neue Maßstäbe setzt.

Gepaart mit den abwechslungsreichen, oft epischen Schauplätzen ergibt sich ein Gesamtbild, das Spieler sicherlich nicht nur einmal zum Staunen bringen wird.
Dass Halo 3 rein technisch gesehen her zur Oberklasse zählen wird, kann indes ebenfalls als gegeben erachtet werden.


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